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Bystraya
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Avacha Bannaya Bol'shaya Bystraya Kamtschatka Karymchina Krasnaya Kol Kovach Opala Paratunka Plotnikova Pymta rechter Opala Shikova Stepanova Tolmachova Udochka Zhupanova

 

Die Bystraya.....

 .....auf deutsch "die Schnelle" ist der zweitgrößte Fluss Kamtschatkas und ist einer der bereits etwas bekannteren Flüsse sie entspringt beim Zusammentreffen der beiden Bergketten (westliche und östliche Bergkette) bei etwa 54° nördlicher Breite und 158° östlicher Länge. Sie bildet etwa an dieser Position zusammen mit dem Fluss Kamtschatka eine Wasserscheide, der Kamtschatka entwässert das Gebirge nach Norden hin und die Bystraya nach Süden. Die Quellen von rechtem Kamtschatka und der Bystraya liegen nur etwa 2 km auseinander, auf verschiedenen Seiten des gleichen Bergmassives, des 2276 m hohem Sopka Bakening. Die Bystraya vereinigt sich bei Kavalerskoye mit der etwas kleineren Plotnikova zur Bol'shaya und fließt die letzten 10 km als mächtiger Fluss zum Ochotskischen Meer und mündet in dieses etwa bei 52°40' nördlicher Breite und 156°10' östlicher Länge ins Meer. Die Bystraya bietet ideale Voraussetzungen für die Organisation von Rafting Touren, da der Fluss sich in fast seiner gesamten Länge in der Nähe (5 - 30 km) der Straße zwischen Mil'kovo und Ust'-Bol'sheretsk befindet. Auch gilt der Fluss als einer der leichter zu befahrenden Flüsse in Kamtschatka, so gibt es zwar einige Stromschnellen bis hin zur Wildwasser Kategorie  WW 2+, diese sind aber meist recht kurz und bei normalem Wasserstand  mit den von den Russen üblicherweise genutzten großen Rafts problemlos und gefahrlos zu befahren. Dieser Fluss lässt sich aber ebenfalls noch recht gut mit Wildwasser geeigneten Schlauch-Kanadiern, ja in gossen Teilen sogar mit Wander-Kanadiern befahren, wobei ich bei Verwendung letzteren ein umtragen einiger starker Stromschnellen nur dringend empfehlen kann, ebenso sollte das tragen von guten Schwimmwesten selbstverständlich sein! In den meisten Passagen fließt der Fluss aber ruhig wenn auch recht zügig, es wechseln sich tiefe Züge mit schnellen, flachen und quirligen Abschnitten ab. So haben wir mit unserem Boot meist eine Geschwindigkeit über Grund zwischen 8 und 12 km/h erreicht. Rafting Touren auf der Bystraya beginnen meist etwas oberhalb von Malki und enden  auf Höhe der neu entstehenden Gaspipeline oder spätestens in der Nähe der Brücke bei Kaverlerskoye. Oberhalb und unterhalb dieser Orte gilt der Lauf der Bystraya den Russen als zu langsam und somit für die üblichen Touren als weniger interessant, da ihnen die Reise (verständlich, da viele die Bystraya als Wochenendtour hinunter fahren) zu langsam von statten geht, ein befahren und eine gute Fischerei (insbesondere mit der Fliege) ist aber durchaus auch in diesen Bereichen möglich. Die erwähnten Orte für das ein- und ausbooten lassen sich ganz hervorragend mit einem leicht geländegängigem Fahrzeug erreichen, so das für eine Tour auf der Bystraya keine teuren Hubschrauberflüge erforderlich sind. Während sie den Fluss hinab gleiten, genießen sie die unberührte Natur, beobachten Vögel und begegnen mit Glück dem einem oder anderen Braunbären beim Fischen. Am Ufer können sie angeln oder Pilze und Beeren sammeln, die Abends am Lagerfeuer zubereitet werden. Entlang der Ufer gibt es bereits ein paar wenige "fertige" Lagerplätze mit eingerichteten Feuerstellen und ausreichend freiem Grund zum aufstellen der Zelte, diese befinden sich meist in der Nähe besonders schöner Plätze und guter Angelstellen. Diese sind jedoch an Wochenenden häufig bereits besetzt, da der Fluss für Wochenendtouren bei den Russen äußerst beliebt ist. Ein solcher Platz findet sich zum Beispiel an der Einmündung der Stepanova in die Bystraya: die Stepanova ist ein wunderschöner türkiesblauer schnell fließender Fluss und hat wohl mit Ausnahme von Schwimmbecken, das blauste Wasser, das ich jemals gesehen habe. Das Wasser der Stepanova ist wie übrigens auch das der Bystraya glasklar und sehr kalt. Man kann das Wasser überall ungefiltert trinken (solange es keine Massen an toten und verwesenden Lachsen im Fluss gibt) und wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der trinkt einfach aus einem der zahlreichen Bäche die am rechten und linken Ufer in die Bystraya einmünden. Im Bereich der Mündung befindet sich eine überaus reizvolle Angelstelle, die geradezu eine Garantie für große Regenbogenforellen darstellt. Leider war der Lagerplatz an der Mündung der Stepanova während unserer Reise auf der Bystraya bereits belegt. Trotzdem haben wir an der Stelle eine kurze Rast eingelegt und wurden von der russischen Gruppe die dort lagerte zu Tee, Brot und Wurst eingeladen. Alle Menschen denen wir entlang des Flusses begegneten waren überaus freundlich und hilfsbereit. Nicht verschweigen möchte ich die überaus hohe Population an Mücken währen unserer Reise an den Ufern des Flusses. Da der Fluss jedoch recht breit ist und in dem recht engen Tal eigentlich immer ein Wind zu verspüren ist, gibt es auf dem Wasser fast keine Probleme mit den Plagegeistern, ganz anders an den Lagerstellen. Ein gutes Mittel zum Schutz vor den Mücken ist hier nahezu unverzichtbar und die Verwendung eines Moskitonetzes für den Kopf sowie leichte aber stichfeste Kleidung die den Körper Arme und Beine bedeckt und unbedingt eine Kapuze haben soll bietet sich an. Da das Ufer der Bystraya meist mit Weiden und etwas weiter vom Ufer entfernt mit Steinbirken gesäumt ist, gibt es hier so gut wie keine Probleme mit Feuerholz und das mitführen eines Gas- oder Benzinkochers ist nicht unbedingt notwendig, aber es schadet natürlich auch nicht.
Da während unserer Tour auf der Bystraya die "fertigen" Lagerplätze an den wirklich schönen Angelstellen teilweise besetzt waren haben wir uns einen eigenen Lagerplatz in mitten der Hochstauden Vegetation in einem kleinen Steinbirkenwald angelegt. Der Nachteil besteht darin, dass man zu Beginn einer Rast erst einmal einige Zeit zum räumen der Hochstauden, umher liegender Äste und entfernen kleiner Büsche und Sträucher aufwenden muss, bevor man die Zelte aufstellen kann. Der große Vorteil eines solchen Lagerplatzes besteht jedoch darin, das man keine Probleme mit einem evtl. an Menschen gewöhnten und somit verdorbenem Bären zu erwarten hat, dies kann insbesondere für kleine Gruppen einen Vorteil darstellen. Um unsere Lagerstellen an der Bystraya fanden wir sehr viele Bärenspuren, auch ganz frische, sie ließen sich aber nicht blicken. Überhaupt haben wir während unserer ganzen Bystraya Tour nur zwei Bären gesehen, einen direkt am Flussufer auf der Suche nach Lachsen, die aber noch nicht da waren und einen in großer Entfernung auf einem Bergrücken. Sind die Lachse aber erst im Fluss, so gibt es sicherlich auch hier mehr Bären zu sehen, da bin ich mir sicher.
Ganz anders die Mücken, von denen insbesondere Fernando ein Lied singen konnte, so hatte Fernando bei der Mückenabwehr lange Zeit auf "Autan Active Lotion" gesetzt. Nun, man kann nicht sagen, das es nicht wirkt aber die wirksame Zeit ist einfach viel zu kurz und die Mücken stechen unmittelbar neben einer behandelten Stelle fröhlich weiter drauf los. Aber seht selbst.... Wesentlich wirkungsvoller und damit für Kamtschatka besser geeignet, zeigten sich dabei meine Mittel zum Schutz vor Insekten "Care plus" als Sprey und Lotion mit 40 % bzw. 50 % Deet. Ich hatte mit diesen Mitteln keinerlei Probleme mit Hautreitzungen oder Allergien und die Mittel wirkten wirklich lange, müssen auch nicht komplett flächig aufgetragen werden, für mich also eine klare Empfehlung. Warum schreibe ich hier so viel über Mittel zur Insektenabwehr, ganz einfach, weil ein fehlen eines geeigneten Mittels zum Schutz vor den Mücken einem die ganze Tour vermiesen kann. So galt der erste Handgriff am Morgen und beim Anlanden meinem Insektenspray, danach konnte ich in Ruhe das Zelt aufbauen oder Tee kochen. Skandinavien mag in Sachen Stechinsekten schlimm sein aber es ist kein Vergleich zu Kamtschatka.
Da es sich dieses Jahr (2006) um ein gerades Jahr und somit ein Buckellachsjahr handelte, hatten wir Glück, das die Lachse in diesem Jahre recht spät dran waren und wir so die Fischerei auf die großen Regenbogenforellen in der Bystraya noch in vollen Zügen genießen konnten. Dazu muss man sagen, dass man auch in der Bystraya seine Fische suchen muss, was in einem so großen Fluss mit teilweise recht starker Strömung für den Fliegenfischer nicht immer ganz einfach ist. So haben wir einige Stellen mit durchaus guten Forellen, ja die sogar wie verrückt nach Köcherfliegen gestiegen sind (was in Kamtschatka recht selten ist, denn die meisten wollen einen richtigen Happen in Form von Fisch haben)  nicht fischen können. Da der Fluss in weiten Teilen auf Grund seiner Tiefe und Strömung nicht watbar ist und vom Ufer aus jeglicher Freiraum zum werfen fehlt. Ein fischen vom Boot aus von der Strömungsseite hin zum ruhigeren Wasser an der Kante ist sicherlich möglich, das Problem dabei ist aber das Bot in dem schnellen Fluss so zu verankern oder auf der Stelle zu halten, das ein fischen mit der Fliege und der Drill eines guten Fisches möglich wird. An anderen Stellen steigen zwar keine Forellen nach Fliegen, man kann aber im sehr tiefen Wasser entlang sehr starker Strömungsrinnen mit einer guten Polbrille schemenhaft die "Schatten" sehr großer Fische sehen. Ein befischen dieser tiefen Löcher zwischen den Felsen gestaltet sich nicht ganz einfach und man muss erst die richtige Technik entwickeln. Dabei gilt je tiefer man die Fliege bekommt um so größer werden die Fische. So habe ich zunächst mit meiner Echo 2 Rute in #8 und einer 275 grain Sinktipschnur begonnen und bin dann sehr schnell auf meine Echo 2 #9 und eine 400 grain Sinktipschnur umgestiegen. Das stellte für mich zwar kein Genussfischen mehr dar, dafür entschädigen aber die überaus zahlreichen Drills der wirklich sehr starken Regenbogenforellen und vereinzelten Lachse. So habe ich an einem Vormittag aus einem dieser Felsenlöcher nicht weniger als sechs richtig  große Regenbogenforellen über 60 cm fangen können, die größte maß stolze 78 cm und noch weit größere Fische konnte ich sehen, aber auf Grund der Wassertiefe nicht erreichen. Auch Fernando konnte einige sehr gute Fische landen, wenn er auch mit einer komplett anderen Taktik (sehr stark beschwerte Fliegen und nur einem Polyleader an der Schwimmschnur) den Fischen auf die Schuppen rückte. Spinnfischer haben hier weit bessere  Chancen auf eine der ganz großen, insbesondere die Russen mit ihren sehr steifen Ruten und vor geschaltetem System und Bleien mit Gewichten um die 100 g alla Tiroler Höltzel, aber ich bin eben Fliegenfischer und da verzichte ich lieber auf die ganz ganz großen Forellen, als mit so einer Klamotte ans Wasser zu gehen...  Und wirklich große Forellen habe ich für meinen Geschmack wirklich genug in der Bystraya gefangen wo hat man den sonst die Möglichkeit außer in Kamtschatka Regenbogenforellen von über 60 cm am laufenden Band und auf Ansage fangen zu können. Der "zweite Fisch" auf unserer Flussreise auf der Bystraya waren neben einigen Lachsen für uns die Saiblinge oder auch Dolly Varden und für die Wildnisküche gibt es wohl nichts schmackhafteres, als frisch gefangene Saiblinge. Wenn gleich wir diese nur bis zu einer Länge von etwa 60 cm überlisten konnten.  Wenn dieser Fluss schon solche Fische in sich birgt, was erwartet uns dann erst an den anderen Flüssen in Kamtschatka, die vom Menschen noch vollständig unberührt sind.... Die Bystraya ist auf jeden Fall eine Reise nach Kamtschatka wert und das ich wieder komme um erneut in diesem wunderschönen Fluss zu fischen steht für mich außer Frage.  

 

 

 

 

 

 

Nachfolgend haben wir versucht aus den unterschiedlichsten Quellen eine Aufstellung über die Fischarten die zu erwartenden Größen und die Fangzeiten zu erstellen. Dabei kann es in einzelnen Jahren durchaus zu stärkeren Abweichungen kommen ist der Winter hart und lang, verschiebt sich die Wanderung der Lachse eher nach hinten, ist er kurz und mild eher nach vorne. Buckellachsjahre sind gerade Jahre also 2004, 2006, 2008 und so weiter...

 

Fischart
max. Länge
max. Gewicht
Bystraya
deutsch
englisch
russisch
lateinisch
(cm)
(kg)
Beginn
Ende
Königslachs King salmon, Chinook Chavycha Salmo orientalis, Oncorhynchus tshawytscha 147 61,0 25. Mai 5. Aug.
Regenbogenforelle Rainbow trout, Kamchatka steelhead, Mikizha Salmo mykiss, Oncorhynchus mykiss 90 15,0 10. Juni

 

30. Sept.

 

nicht wandernde Form ganzjährig
Silberlachs Silver salmon, Coho Kizhuch Salmo kisatch, Oncorhynchus kisutch 88 6,8 5. Aug. 25. Okt.
Roter Lachs, Blaurücken Red salmon, Sockeye, Blueback Nerka Salmo nerka, Oncorhynchus nerka 84 7,7 15. Juni 5. Sept.
Buckellachs Pink salmon, Humpback Gorbusha Salmo gorbuscha, Oncorhynchus gorbuscha 76 5,5 5. Juli 25. Aug.
Char Bull trout, Dolly varden, Redspotted Char Golets Salvelinus malma malma 75 2,5 5. Juli 15. Aug.
Hundslachs, Ketalachs Chum salmon, Dog salmon Keta Salmo keta, Oncorhynchus keta 102 15,5 5. Juli 5. Sept.
Kirschlachs Cherry salmon Sima Oncorhynchus masou 80 8 Ende Juni Anfang August

 

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Copyright © 2006 Kamtschatka 2006 Expedition
Stand: 05.04.09