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Kamtschatka
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Die Halbinsel Kamtschatka (russisch Камчатка)

liegt im äußersten Osten des ostasiatischen Teil Russlands - Region Russisch-Fernost, am östlichen Ende des eurasischen Kontinents. Sogar nach russischen Maßstäben ist es weit bis nach Kamtschatka: 12.000 Kilometer und 9 Zeitzonen trennen diese abgelegene Region von Moskau. Sie wird im Südosten vom Pazifischen Ozean umspült, im Westen vom kalten und stürmischen Ochotskinschen Meer, im Osten von der ebenso kalten und stürmischen Beringsee. 1200 km misst die Halbinsel von Nord nach Süd, 450 km von Ost nach West, die geografische Breite ist 51° bis 62°, die Länge 160°. Sie ist damit mit 472.300 km² etwa so groß wie Frankreich, Belgien und Luxemburg zusammen. Zwei Drittel des Territoriums nehmen die beiden Bergketten ein, die sich jeweils im Westen und Osten der Insel von Süden nach Norden ziehen.

Verwaltungsmäßig ist Kamtschatka aufgeteilt zwischen dem Autonomen Kreis der Korjaken im Norden und der Oblast Kamtschatka im Süden. 1996 wurde die Vulkanregion von Kamtschatka, die größtenteils als Naturpark ausgewiesen ist, von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Abgesehen von den wenigen Kreutzfahrtschiffen die im Hafen von Petropawlowsk-Kamchatskij anlegen, ist es nur möglich Kamtschatka mit dem Flugzeug zu erreichen, es gibt keine Möglichkeit diesen entlegenen Teil Russlands auf dem Landwege zu erreichen.

Wie die Erde selbst, wurde Kamtschatka aus dem Feuer geboren. Doch während die von Urgewalten bestimmte Entstehungsgeschichte für den größten Teil der Erde längst abgeschlossen ist, dauert sie in Kamtschatka immer noch an, noch immer spürt man hier die ungeheuren Energien des Universums und der Erde wie nirgends sonst. Kamtschatka ist auch Heute noch ein Land aus „Feuer und Eis“. Die Halbinsel ist das nördlichste Bindeglied und eine der aktivsten vulkanischen Regionen im 2000 km langen Kurilen-Kamtschatka-Bogen, der Teil des pazifischen „Feuerrings“ ist, einer Kette von Vulkanen, die sich an den Küsten des Pazifik entlang zieht. 28 aktive und über 150 inaktive Vulkane zählt man auf Kamtschatka, jährlich brechen etwa sech der aktiven Vulkane aus. Dazu kommen über 150 heiße Mineralwasserquellen. Zu den Vulkanen gehören die Avacha-Gruppe mit 5 Vulkanen, die Vulkane auf Südkamtschatka (Vilutschinskij, Opala, Gorelyj, Mutnovskij) sowie die aus 14 Vulkanen bestehende Kljutschevskij-Gruppe, deren höchster Gipfel mit 4835 m der höchste aktive Vulkan Eurasiens ist. Die Vulkane, die Untergrundhitze und der Einfluss des Meeres haben auf Kamtschatka 20 Klimazonen geschaffen, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit oft räumlich eng beieinander liegen. So kommt es, dass man auch bei kurzen Aufenthalten sowohl Badekleidung wie auch eine warme Jacke benötigt . Fauna und Flora sind einzigartig. Besonders berühmt ist der Kamtschatka-Braunbär; mit über 7500 Exemplaren bietet die Halbinsel die größte Bärenpopulation der Welt. Ein Delikatesse nicht nur für Braunbären sind die 10 lachsartigen Fischarten, die während ihrer Wanderungen Kamtschatkas Flüsse bevölkern.

 

Die Hauptstadt Petropawlowsk-Kamchatskij ist wohl fast unaussprechlich als auch einer klassischen Hauptstadt im europäischen Sinne so unähnlich wie

nur möglich. Das ehemalige friedliche Fischerdorf war ein strategisch wichtiger östlicher Vorposten der Sowjet-Flotte in der Nähe Alaskas. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1990 war hier der Heimathafen der russischen Pazifik-U-Boot-Flotte. Mit dem Zerfall der UdSSR brachen für die Bewohner allerdings schwere Zeiten an: Die einst wohlhabende Stadt war zwischenzeitlich so arm, dass mehrfach der Strom gesperrt und die Übertragungsanlagen für Hörfunk und Fernsehen abgeschaltet wurden.

Aktuell im Jahre 2006 bot sich mir in Petropawlowsk-Kamchatskij folgendes Bild, die Stadt ist wirklich kaputt, dies kann man allerorten an Häusern, Straßen, Gehwegen und insbesondere auch an den vielen Treppen in der Stadt erkennen, insbesondere die Treppen sind nach westlichen Maßstäben als Lebensgefährlich zu bezeichnen (das trotzdem nichts passiert, zeigt mir das Menschen auch ganz ohne Ordnungsamt durchaus in der Lage sind auf sich selbst aufzupassen). Aber und das wurde mir auch von vielen Russen bestätigt, man hat den Eindruck, es geht aufwärts, nirgends wo auf der Welt habe ich bis jetzt so eine hohe Dichte an großen japanischen Geländewagen gesehen, darunter durchaus viele neue und teure Modelle, wenn sie auch in der Regel das Lenkrad auf der rechten Seite haben (Japan liegt eben unmittelbar vor der Haustür), so zeigt es doch, das der Handel floriert und Geld in die Stadt kommt. An vielen Orten in der Stadt wird gebaut, große neue Geschäftshäuser, eine neue riesige Kirche und auch neue Wohnhäuser für die "reichen Russen". Die wohl beste und gleichzeitig interessanteste Einkaufsmöglichkeit in der Stadt biete einer der zwei großen Märkte in der Stadt, hier kann man insbesondere Lebensmittel in großer Vielfalt erwerben, bevor man in die Einsamkeit der Natur aufbricht sollte man diese Quelle unbedingt zur Proviant Beschaffung und die tägliche Ernährung nutzen. Hat man die Hauptstadt einmal verlassen und ist gezwungen in einem der kleinen Dörfer einzukaufen, so sinkt das Warenangebot rapide und die Preise steigen dafür deutlich an. Die Haupteinnahmequelle noch weit vor dem Tourismus stellt wohl die Fischerei und insbesondere die auf Lachs und Lachskaviar dar, diese wird sowohl legal als auch illegal betrieben. Wobei ich keine Aussagen darüber treffen möchte, welcher Teil überwiegt, jedenfalls ist die Fischerei, die Quoten und die Jagt auf die Wilderer das beherrschende Thema in lokalen Medien auf Kamtschatka. Zur Zeit wird in der Stadt versucht mit deutscher Technik den desaströsen Zustand der Straßen in den Griff zu bekommen, mein russischer Freund sagte zu mir "ich zeige dir jetzt ein Stück Deutschland" und in der Tat, die Hauptstraßen im Zentrum der Stadt (Altstadt) sind inzwischen nach westlichen Maßstäben in einem durchaus befahrbarem Zustand (noch vor wenigen Jahren soll das anders gewesen sein) ansonsten handelt es sich auf Kamtschatka nicht um Straßen mit Löchern sondern um Löcher mit Straße drum herum und die Anschaffung eines Geländewagens ist selbst in der Stadt durchaus zweckmäßig. Ansonsten zeigte sich mir Petropawlowsk-Kamchatskij als eine durchaus lebendige Stadt mit sehr vielen jungen und lebenslustigen Menschen. Wenn gleich auch viele von ihnen den Wunsch hegen die Stadt zu verlassen um in Moskau oder St. Petersburg zu leben und von Europa, Japan und den USA träumen, so kehren doch auch sehr viele wieder nach 1-2 Jahren zurück nach Kamtschatka, die Menschen lieben Ihre Heimat und sind stolz auf Kamtschatka. Bemerkenswert ist, das ein Großteil der jungen Menschen in Petropavlowsk noch niemals einen Bären gesehen hat und auch nicht die Umgebung der Stadt verlässt, so fliegen sie eher nach Moskau oder St. Petersburg als beispielsweise nach Ust-Bolsheretsk an die Westküste zu fahren. Sie halten es für sehr teuer und gefährlich in die Natur hinaus zu gehen, teuer ist die Sache aber nur dann, wenn man entweder mit einem Hubschrauber in die Natur hinaus fliegt oder die in der Tat nicht gerade billigen Eintrittspreise für einen der zahlreichen Naturparks bezahlt (diese sind teilweise auf japanischen oder amerikanischem Niveau und für viele einheimische wirklich nicht aufzubringen). Den Beweis, das es auch ganz ohne Hubschrauber, mit dem Auto, dem Bus oder zu Fuß möglich ist in die wunderbare Natur Kamtschatkas vorzudringen haben wir angetreten und teuer war es dank unserer russischen Freunde auch nicht sie kennen einfach sehr viele Menschen und so haben sich für uns Türen geöffnet und Sachen wurden möglich von denen ich nicht einmal geträumt hätte. An dieser Stelle möchte ich mich bei all meinen neuen Freunden in Kamtschatka und den vielen fremden Menschen bedanken, die es ermöglicht haben, dass meine Reise zu einem wirklich tollen Erlebnis für mich wurde. Auf der anderen Seite gibt es in der Stadt auch sehr viele junge Menschen, die sehr aktiv sind und zum rafting, fliegen, wandern, fischen, jagen, baden, Skifahren fast jede freie Minute in der Natur verbringen. Wodurch dieser Krasse Unterschied zustande kommt - ich weiß es nicht? Meine einzige Erklärung dafür wäre vielleicht die Besiedelungspolitik der ehemaligen Sowjetunion, ich könnte mir vorstellen, das zum einen die Menschen Familien entstammen, die schon lange auf Kamtschatka leben und so mit der Natur verwurzelt sind und die anderen aus Familien die aus den Zentralen Teilen Russlands kommen und erst in der zweiten Generation in Kamtschatka leben und für die die wirklich wilde Natur noch fremd und gefährlich erscheint. Vielleicht kann ich diese Frage bei meinem nächsten Besuch in der Region klären.

Die zweite Stadt in Kamtschatka, die ich gesehen habe war Yelizovo, in der sich auch der einzige zivile Flughafen der Halbinsel befindet, der aber in Flugplänen mit dem Namen der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamchatskij bezeichnet wird. Somit stellt die Stadt in der etwa 35000 Menschen leben das Tor zu Kamtschatka dar, an dieser Stadt kommt man einfach nicht vorbei. Auf Yelizovo trifft im wesentlichen alles zu, was bereits zu  Petropawlowsk-Kamchatskij gesagt wurde, wenn auch die Stadt insgesamt einen freundlicheren, "grüneren" und gepflegteren Eindruck hinterlässt als Petropawlowsk-Kamchatskij, so ist sie doch mit ihren gut 25 km Abstand zur Hauptstadt der Halbinsel nicht viel mehr als ein Vorort, das Leben tobt in Petropawlowsk.

Ganz anders bot sich mit das Bild der kleinen Dörfer abseits der Hauptstadt entlang der schier endlosen Schotterpiste nach Ust-Bolsheretsk, oder entlang der bis Malki asphaltierten Straße in den Norden nach Mil'kovo und weiter nach Ust'-Kamchatsk. Diese Dörfer, wie Lesnoy, Sokoch, Apacha und andere sind mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben. Dabei kann man sagen, je weiter sie von einer der beiden Hauptstraßen entfernt liegen, um so schlimmer ist es. Öffentliche Gebäude und Plattenbauten (meist aus den 80ziger Jahren) verfallen, ja selbst Kneipen sind geschlossen, besonders deutlich ist der Verfall an den durchaus bewohnten Plattenbauten des Sozialismus zu sehen. Nicht ganz so extrem zeigt sich dies an den Einfamilienhäusern der Familien, die wohl schon länger in diesen Dörfern leben. An diesen Häusern wird gearbeitet und die Menschen sind wohl Selbstversorger, sie fischen, bauen Gemüse an, halten Schweine, Kühe, Geflügel und versorgen damit wohl auch die Hauptstadt Petropawlowsk-Kamchatskij. Auffällig ist die extrem hohe Anzahl kleiner Lebensmittelgeschäfte in diesen Dörfern, beispielsweise in Apacha, so habe ich auf nicht einmal 100 Meter Weg 8 Geschäfte gezählt, die im Grunde genommen alle mehr oder weniger das gleiche Sortiment führen. Sucht man aber einen bestimmten Artikel, so macht es durchaus Sinn eines nach dem anderen aufzusuchen, meist sind wir irgendwann fündig geworden. Dazu kommt die regelmäßige Abwanderung insbesondere der jungen Leute in die Hauptstadt.

Inzwischen leben nur noch 270.000 Einwohner in Petropawlowsk, und auch hier werden es ständig weniger. Insgesamt leben auf der Halbinsel sowieso nur knapp 400.000 Menschen, das sind weniger als einer pro Quadratkilometer.
Die Weiten der nordischen Tundren und Wälder durchwandern die Ureinwohner wie seit eh und je; Itelmenen, Koryaken, Ewenen, Aleuten sowie Kamtschadalen durchwandern mit ihren Rentierherden, wie schon seit Generationen, dieses eisige Land.

Kamtschatka ist ein Eldorado für Individual-Touristen mit Hang zu Natur und Einsamkeit - ist die Halbinsel doch Refugium für eine Anzahl von Tieren, die bereits als ausgestorben galten.

Besonders auffällig auf Kamtschatka ist die Freundlichkeit der meisten Menschen, dies ist einfach unbeschreiblich! Trotz der massiven Sprachbarriere waren bildfremde Menschen sehr bemüht uns zu helfen!

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Copyright © 2006 Kamtschatka 2006 Expedition
Stand: 05.04.09